FOR in der Fachklinik Satteldüne –

Entwicklung eines Bedarfsvalidierten Konzeptes auf der Basis der Salutogenese nach A. Antonovsky

 

M. Köller, P.M. Schäfer, C. Falkenberg

 

Die Familienorientierte Rehabilitation (FOR) in der FKS wurde anhand der Salutogenese nach A. Antonovsky entwickelt. Dies ist ein theoretisches Konzept, das die Erhaltung und Förderung der Gesundheit im Sinne eines dynamischen individuellen Einflusses auf den eigenen Gesundheitszustand, die Lebensqualität und letztendlich auch die Lebenserwartung definiert. Salutogenetische Faktoren können identifiziert, aktiviert und gefördert werden.

 

Wir führen eine FOR Bedarfserhebung mittels einer teilstandardisierten Online Befragung unseres Rehapatientengutes nach salutogenetischen Aspekten durch.

Erfasst werden sollen:

 

  • Stellenwert und Förderung der Gesundheit innerhalb des Familiensystems mukoviszidosekranker Patienten.

  • Bereits im häuslichen Umfeld bestehende, interne und externe Unterstützungs-systeme.

  • Ob und in welchen Aspekten bereits ein „Sense of Coherence“ (SOC) beim Patienten sowie seinen Familienmitgliedern entwickelt werden konnte, d.h. die Überzeugung einer selbstständigen, positiven Einflussnahme auf das Gesundheitskontinuum.

 

Wir bemerken, das Familien auch heute oftmals eher belastungs- und defizitorientiert behandelt und betreut werden. Wir sehen Gesundheit im salutogenetischem Sinne als Chance und als Säule im Lebens- und Therapiekonzept. Diese gilt es nachhaltig zu etablieren, um damit wesentlich zur eigenen Gesunderhaltung beitragen zu können. Die Einbeziehung aller Familienmitglieder erhöht und erhält die Tragfähigkeit.

 

Im Kontext der steigendenden Lebenserwartung bei Mukoviszidose sowie den damit vermehrt einhergehenden Folgerkrankungen entstehen auch steigende Kosten für das Gesundheitssystem. Somit kommt der bedarfsangepassten

Operationalisierung und Umsetzung der Salutogenese im Rahmen der FOR in der FKS eine hohe Bedeutung zu. Dem eventuell höherem Risiko der Patienten, sich vermehrt auf die eigenen Ressourcen und ihre Gesundheitsüberzeugungen verlassen zu müssen, kann so frühzeitig und nachhaltig begegnet werden.

 

Literatur:

Wydler, H., Kolip, P. und T. Abel (Hrsg.) (2010), Salutogenese und Kohärenzgefühl. Grundlagen, Empirie und Praxis eines gesundheitswissenschaftlichen Konzeptes, 4. Auflage, Weinheim und München: Juventa Verlag.

Antonovsky, A. (1997), Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit; Dt. erweiterte Ausgabe von A. Franke, Tübingen: Dgvt-Verlag.